rudi carrell and the death

I have never been in favour of the comdey of german showmaster and comedian rudi carrell. yet as some might of you have noticed rudi carrell died a couple of days ago at the age of 71 suffering from lung cancer. he has been diagnosed with this disease more than a year ago and has been treated palliatively (no cure to be achieved) since then.

the reason why i am mentioning this is beause i read one of his last interviews he gave the german renowned newspaper SZ

it’s an almost ridiculously straight and, in my point of view, very sad interview about how he approaches death. death is something constantly tabooed by society and although we are all aware of our finite being we don’t struggle with this notion in our head, which seems rather interesting to me. every human being is conscious about one’s death, yet it never comes into our mind unless something terrible happens. but still then, this “awarness” concerning death lasts ultimately days or weeks. the only researcher i know who ever dealt with this subject is elisabeht kuebler-ross, whom some of you probably know anyways. if not i highly recommend her book “interviews with dying people”, which is a collection of various interviews she had with people hours before they passed away.

here’s one paragraph of the interview, unfortunately in german:

Vor einem Jahr haben die Ärzte bei Ihnen Lungenkrebs festgestellt. Leiden Sie unter Schmerzen?

Nein.Ich habe nie Schmerzen gehabt. Meine Chemotherapie wirkt palliativ, dasheißt, die Ärzte haben versucht, mein Leben angenehm zu verlängern. Dasist gelungen, mehr darf und kann ich nicht erwarten. Der Tumor wirdallerdings immer größer. Leider.

Haben die Ärzte gesagt, wie viel Zeit Ihnen noch bleibt?

Nein,aber es ist absehbar. Vor einem Jahr haben sie das Gleiche zwar auchschon gesagt, aber da habe ich gedacht: »Noch einmal Frühling! Nocheinmal meine Bäume und Pflanzen blühen sehen!« Und dann verging einganzes Jahr. Aber jetzt haben die Ärzte es wieder gesagt. Mit einemnoch ernsteren Unterton. Und jetzt glaube ich es Ihnen. Ehrlich gesagt,ich fühle es sogar.

Dass Sie bald sterben werden?
Ja.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Eigentlich nicht. Ich hatte früher immer nur Angst vor dem Sterben, weil ich dachte, es tut bestimmt wahnsinnig weh.

Haben Sie sich damals keine Gedanken über Ihre eigene Gesundheit gemacht? Ich habe mir immer wieder gesagt, Carrell, Carrell, pass doch auf! Vor drei Jahren war ich noch beim Arzt und habe mich von oben bis unten durchleuchten lassen. Da hatte ich noch nichts.

Woran haben Sie vor einem Jahr gemerkt, dass etwas nicht stimmt? Beim Husten habe ich ab und zu Blut drin gehabt. Daraufhin bin ich zum Arzt gegangen, der hat mich gründlich untersucht und mir mitgeteilt, dass ich Lungenkrebs habe. Ich war nicht überrascht. Es war etwas Selbstverständliches. Hätte ich eigentlich schon längst haben müssen! Ich habe immer fünf Tage vor einer Show so gut wie ohne Essen gearbeitet, nach einer Show nur Bier getrunken und mindestens sechzig Lord Extra am Tag geraucht. Ich wusste: Das geht irgendwann schief.

Haben Sie schon an Ihre Beerdigung gedacht? Ich habe zu meinen Kindern gesagt, dass ich keine öffentliche Beerdigung will. Aus Angst vor den »Jacob Sisters«! Mit ihren komischen Pudeln zerstören sie doch jede Atmosphäre. Die sind auch bei Moshammer aufgetaucht! Deshalb: keine öffentliche Beerdigung aus Angst vor den »Jacob Sisters«. Das können Sie ruhig schreiben.

Wo möchten Sie beerdigt werden? Ich lasse mich einäschern und dann sollen meine Kinder irgendwo einen Grabstein hinsetzen.

Nicht hier auf dem Grundstück neben Ihrer Frau Anke? Ich überlege noch, ob wir vielleicht ein gemeinsames Grab mit beiden Urnen nehmen, auf einem normalen Friedhof.

Sie sprechen so sachlich über all diese traurigen Angelegenheiten. Ich habe mich mit meinem Tod abgefunden. Was soll ich denn noch trauern? Ich muss dankbar sein. Ich habe so ein tolles Leben gehabt. Ende. Das Einzige, was mir noch Sorge macht, ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Interviews. Das könnte schnell auch ein »In memoriam« werden, da es mit mir steil bergab geht. Ich habe aber nichts dagegen, wenn das Gespräch erst nach meinem Tod erscheint. So was kann man eben schlecht planen.

Galgenhumor? Natürlich, ich bleibe Profi – bis zum Schluss.

Gibt es einen Begriff, der Ihren gegenwärtigen Gemütszustand beschreibt? Sehr gelassen. Ich muss nicht mehr nach Köln – herrlich! Ich muss keine Gags mehr erfinden – wunderbar! Ich genieße Kleinigkeiten wie dieses Interview und gucke drei Kanäle holländisches Fernsehen. Vielleicht sehe ich noch etwas Neues, Inspirierendes. Aber ich habe aufgehört zu arbeiten.

Glauben Sie an ein Leben danach?

Nein. Dann ist es eben aus. Aber mein Leben war aufregend genug.